Der DGB
Autor: HellgardDGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) – Dach der Gewerkschaften

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) koordiniert die gewerkschaftlichen Aktivitäten seiner Mitgliedsgewerkschaften und ist ihre Stimme gegenüber den politischen Entscheidungsträgern, Parteien und Verbänden in Bund, Ländern und Gemeinden.
Allerdings schließt der DGB keine Tarifverträge ab, da er ein Dachverband ist. Die Finanz- und Tarifautonomie liegt ausschließlich bei den Einzelgewerkschaften, diese handeln mit den Arbeitgebern Tarifverträge zum Einkommen, zu den Arbeitszeiten, zum Urlaub, usw. aus.
Seit seiner Gründung 1949 ist der DGB – wie auch seine Mitgliedsgewerkschaften – dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft verpflichtet: pluralistisch und politisch unabhängig, keineswegs jedoch neutral. Denn der DGB bezieht Position im Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und streitet für eine solidarische Gesellschaft.
Der DGB ist demokratisch von unten nach oben aufgebaut. Er hat acht Migliedsgewerkschaften
- IG Bauen-Agrar-Umwelt
- IG Bergbau, Chemie, Energie
- Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
- IG Metall
- NGG Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
- Gewerkschaft der Polizei
-EVG – Eisenbahn – und Verkehrsgewerkschaft ![]()
- ver.di – Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Die Gewerkschaften im DGB sind nach dem Branchenprinzip aufgebaut. Das heißt: Die für einen Betrieb zuständige Gewerkschaft entscheidet sich nach der Branche, in der gearbeitet wird. Nicht nach der Tätigkeit, die abhängig Beschäftigte ausüben.
Eine klare Sache bei Metallarbeiter/-innen – sie gehören selbstverständlich in die IG Metall – oder Bergleuten, die sich in der IG Bergbau organisieren. Das Branchenprinzip gilt aber auch für die Angestellten in den jeweiligen Branchen. Damit gehören z. B. auch Sachbearbeiter/-innen im Büro eines metallverarbeitenden Betriebs zur IG Metall.
Bei der Gründung im Jahr 1949 haben sich 17 Einzelgewerkschaften im DGB zusammengeschlossen. Bis heute hat sich die Zahl auf 8 reduziert. Das heißt aber nicht, dass Gewerkschaften aus dem DGB ausgetreten sind. Die veränderte Wirtschaftslage – z. B. der Beschäftigungsabbau in verschiedenen Branchen – hat auch das Erscheinungsbild von Gewerkschaften verändert. Kleinere Gewerkschaften haben sich zusammengeschlossen oder sind einer größeren Gewerkschaft beigetreten. So haben sich die Gewerkschaften GTB (Textil-Bekleidung) und GHK (Holz und Kunststoff) der IG Metall angeschlossen.
Durch diese Zusammenschlüsse wird die Macht der Gewerkschaften gestärkt, ihre Ziele werden wieder durchsetzungsfähig.
Damit sind drei große Industriegewerkschaften im DGB organisiert: die IG Metall, die IG BCE (Bergbau, Chemie, Energie) und die IG BAU (Bauen, Agrar, Umwelt).
Auch die derzeit größte Gewerkschaft der Welt ist im DGB vertreten: ver.di, die “Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft”. Anfang 2001 haben sich IG Medien, DPG (Deutsche Postgewerkschaft), ÖTV (Öffentliche Dienste, Transport u. Verkehr), DAG (Deutsche Angestellten Gewerkschaft) und HBV (Handel, Banken und Versicherungen) zu einer Mega-Gewerkschaft zusammengeschlossen.
Zu den drei Industriegewerkschaften kommen und ver.di kommen noch vier weitere DGB-Gewerkschaften: EVG- (Eisenbahn und Verkehrsgewerkschaft), die Gewerkschaft der Polizei, die NGG (Gewerkschaft Nahrungsmittel-Genuss-Gaststätten) und die Lehrer/-innen-Gewerkschaft GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft).
Auch wenn sich die Zahl der Gewerkschaften im DGB reduziert hat: Einen Machtverlust bedeutet das bestimmt nicht. Durch die Fusionen haben die heutigen Gewerkschaften viel mehr Mitglieder als früher. Und damit auch mehr Macht, ihre Forderungen durchzusetzen.
Auf internationaler Ebene vertritt der DGB die deutsche Gewerkschaftsbewegung im “Europäischen Gewerkschaftsbund” (EGB) und im “Internationalen Bund Freier Gewerkschaften” (IBFG) sowie bei internationalen Institutionen wie die EU und UNO.